Interkulturelles Fremdsprachenlernen mit interaktiven Medien |
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| Prof. Dr. Dr. Gerhard Wazel Ansbach |
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| 1. Aktualität des Themas für Wirtschaft und Gesellschaft | ||||
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Digitalisierung und Globalisierung führen gegenwärtig nicht nur zu einer
Verschärfung des Tempos aller wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Prozesse, zu einer „beschleunigten Gesellschaft“ (Glotz 1999). Sie zwingen
auch die Fremdsprachendidaktik, bestimmte Aspekte des Fremdsprachenlernens
stärker zu beachten und schneller als bisher neue, praktisch verwertbare
Lösungen anzubieten. Bolten untersetzt diese These mit Ergebnissen aus Untersuchungen und
Befragungen, aus denen beispielsweise hervorgeht, dass ca. 50% der französisch-deutschen
Unternehmensprojekte durch kulturbedingte Reibungsverluste belastet und
teilweise gefährdet sind, zwischen 20% bis 50% der entsandten Mitarbeiter
US-amerikanischer Unternehmen ihre Auslandstätigkeit aufgrund mangelnden
Erfolgs frühzeitig abbrechen müssen, wodurch der US-Wirtschaft jährlich
Verluste von zwei Milliarden Dollar an direkten Kosten entstehen. Obwohl
entsprechende Zahlen für Deutschland noch nicht vorliegen, dürfte der
Schaden angesichts der Exportorientiertheit der deutschen Wirtschaft ebenfalls
beträchtlich sein. |
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| 2. Theoretische Forschungen | ||||
| Bei der Übersicht über die theoretischen Forschungen wird wenigstens zweierlei deutlich: | ||||
| 2.1. | ||||
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Der Begriff „interkulturell“ wird wie seinerzeit etwa „Interferenz“ und
jetzt „Multimedia“ zunehmend inflationär gebraucht; im Grunde genommen
wartet fast jeder prominente Forscher mit einer eigenen Definition des
Begriffes auf, und man muss deshalb eigentlich immer angeben, welcher
Auffassung man zustimmt. B.Hufeisen warnt daher mit Recht in ihrer Rezension
zu Bausch et al. 1997 (http://www.schule.de/mirror/ejournal/basic/bauschcenh.htm),
der Begriff könne bald wissenschaftstheoretisch nicht mehr zu gebrauchen
sein. Bei kulturvergleichenden Untersuchungen interessiert vor allem
der inhaltliche Aspekt, d.h. die Frage, wo es Übereinstimmungen
und Unterschiede zwischen den verglichenen Kulturen gibt. eine transmissionsorientierte und Derzeit steht die transmissionsorientierte, transkulturelle im Vordergrund
der theoretischen Überlegungen und folglich auch der praktischen Lösungsvorschläge.
Man fragt dabei, wie die kulturellen Unterschiede zwischen den Gesprächs-
und Verhandlungspartnern zu überbrücken sind, um Kommunikationsinhalte
effektiv zu transferieren. Ein solcher höchst dynamischer Prozess ist natürlich schwer zu planen, und seine Ergebnisse sind wegen der Vielzahl der inhärenten Parameter, wie Selbst-, Fremd-, Metabilder, differente Erwartungshaltungen, Orts- und Zeitvariablen, Erfahrung der Partner, Zusammensetzung der Gruppe, Zielvorstellungen, Akzeptanztoleranz usw. schwer vorhersagbar oder gar wiederholbar. Der Erfolg eines derartigen Vorgehens hängt wesentlich davon ab, wie flexibel die Partner reagieren, in welchem Maße sie bereit und in der Lage sind, fremdkulturell bedingte Verhaltensweisen der Partner ebenso zu erkennen und zu interpretieren wie deren Bemühen, sich ihrerseits auf die andere Kultur einzustellen, dem Partner auf den verschiedenen kommunikativen Ebenen (verbal, nonverbal, paraverbal, extraverbal) entgegenzukommen, ohne seine Akzeptanzgrenzen und die der Partner zu überschreiten bzw. überschreiten zu müssen. |
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| 2.2. | ||||
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Die theoretischen Reflexionen und Forderungen überwiegen bei weitem die praktischen Lösungen. Es kommt ergo nun darauf an, die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis zu überführen, will sagen: Lehrmaterialien zu produzieren, in denen die (bilaterale) Interkulturaliät sowohl explizit (in Erläuterungen zu Texten, Videos, Bildern, Skizzen, Diagrammen, Übungen sowie in Einleitungen usw.) als auch implizit (bei der Auswahl und Gestaltung sowie Schwerpunktsetzung von Texten, Themen, Situationen, Bildern, Videoclips, Fotos, Applikationen, Skizzen, Diagrammen, Lernstrategien, vor allem aber bei der Übungsgestaltung) umgesetzt wird. Dabei ist stets von der Prämisse auszugehen, dass nicht Deutsch, Englisch, Französisch etc. als Fremdsprache, sondern Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch usw. als Fremdkommunikation im Mittelpunkt steht, also nicht die „Sprachfähigkeit“, „kein synthetisches Verfahren: Laut, Wort, Satz, Text, sondern das Miteinandersprechen der Menschen – ihre wie auch immer durch die Kultur gegebene Art zu kommunizieren“ (Slembek 1997: 7). Für interkulturelle, auf Integration und nicht schlechthin auf Fremdcode-Lernen
ausgerichtete Trainings ist nach der Auffassung Boltens (1999: 23) neben
der Anwendung guter synchronischer und diachronischer Kenntnisse der Eigen-
und Fremdkultur die Entwicklung folgender grundlegender Fähigkeiten und
Fertigkeiten erforderlich: Betrachtet man die bis dato angebotenen Trainings- bzw. Übungsmaterialien,
dann wird deutlich: Sowohl die immer zahlreicher vorliegenden (überwiegend
aus den anglophonen Ländern stammenden) Trainingsmaterialien (vgl. z.B.
Brislin 1993, Cushner/Brislin 1997, Gesteland 1999, Mole 1998, Müller
1991) als auch die für den Fremdsprachenunterricht im öffentlichen Bildungswesen
und im Homebereich sind mehr oder weniger transkulturell ausgerichtet
und zielen nicht bewusst auf die Ausbildung der o.g. Fähigkeiten und Fertigkeiten. |
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| 3. CD-ROMs | ||||
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In den bisherigen Diskussionen standen die mit CD-ROM-Laufwerken ausgerüsteten
PCs als Stand-Alone-Units aus verschiedenen Gründen im Mittelpunkt des
diesbezüglichen Interesses. Erstens verfügten weitaus mehr Nutzer sowohl
im Home- als auch im Officebereich über einen multimediafähigen PC (mit
CD-ROM-Laufwerk, Grafik- und Soundkarte) ohne E-Mail- und Internetanschluss
als diejenigen mit einer entsprechenden Ausrüstung. Dies galt besonders
für die Schulen. Zweitens waren die Verbindungen teuer, langsam und oftmals
instabil. Auch aufgrund der zahlreichen Widerstände einflussreicher Bedenkenträger
und der Abwehrhaltung der meisten Lehrer gegenüber den neuen Medien generell,
speziell aber gegenüber dem Internet, blieb nicht zuletzt die Slow-Motion-Society
Deutschland trotz ihrer günstigen Infrastruktur betreffs der Verkabelung
bei der Nutzung von E-Mail und Internet vor allem gegenüber anglophonen
und skandinavischen Ländern zurück. Hochrechnungen zufolge werden die Karten, was die Internetnutzung anbelangt,
in den nächsten Jahren (Bezugspunkt 2000) ohnehin neu gemischt. Gemäß
den Voraussagen (s. http://www.c-i.a.com/199809.htm)
soll das Ranking der Länder folgendermaßen aussehen: USA (mit weitem Abstand
vorn), Deutschland, Japan, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Italien,
Australien, Niederlande, Brasilien, Russland, Spanien, China, Schweden,
Südkorea. Da wir uns an anderer Stelle (Wazel 1998) bereits ausführlicher mit der Nutzung von CD-ROMs für die Entwicklung der interkulturellen Kompetenz befasst haben, wollen wir diese ausklammern und uns auf E-Mail, Chatgroups usw. sowie Internet beschränken. Hier soll lediglich angemerkt werden, dass man infolge der rasanten Hard- und Softwareentwicklung nicht mehr nur darauf angewiesen ist, auf fremde Produktionen zu warten: Immer bedienerfreundlichere Autorensysteme und –programme ermöglichen es den einigermaßen versierten Lehrern, möglichst in Zusammenarbeit mit ihren Schülern, (interkulturell interessante) multimediale Lernprogramme zu gestalten und sie dann sofort selbst auf CD-ROM zu brennen. Diesen Weg gehen wir derzeit im Zusammenhang mit unseren EU-Pilotprojekten mit Belgien, Bulgarien, Finnland, Großbritannien, Griechenland und der Slowakei. Ergebnisformen sind hier stets auch CBT-Programme für den Fremdsprachenunterricht. Dabei kommen sowohl bekannte Autorensysteme, wie Toolbook und Authorware/Director, aber auch leicht zu handhabende Autorenprogramme, wie MEDIATOR oder EDIT (s. Beschreibung des gleichnamigen Projekts auf der Website des IIK), zum Einsatz (zur Unterscheidung von Autorensystemen und –programmen s. Wazel 1989 ). Wenn wir hier auf multimedial nutzbare Autorenprogramme orientieren, dann wollen wir keineswegs textorientierten Autorenwerkzeugen, wie den WIN-Varianten von Textbaumeister, Wahlmeister, Varianten, Lesetraining, Zuordnungen, Story Corner, Classmate, ihre Nützlichkeit absprechen, was die Entwicklung der interkulturellen Kompetenz anbelangt (zur Arbeit mit derartigen Autorenwerkzeugen durch Lerner s. auch Koenig 1999). |
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| 4. E-Mail und Chat | ||||
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Wie die bisherigen Erfahrungen sowohl im Home- als auch im Officebereich
zeigen, empfiehlt es sich, im Fremdsprachenunterricht so schnell wie möglich
mit E-Mail und Chat (weitere Formen: Newsgroups, Diskussionlisten) zu
beginnen. Einschränkend muss aber gesagt werden, dass das Vorhandensein eines schnellen und effizienten Kommunikationskanals zwar eine hervorragende, notwendige Voraussetzung für ein optimiertes interkulturelles Lernen ist, „für die Qualität des Dialogs ist jedoch entscheidend, ob die an ihm Beteiligten zum Zweck der Verständigung einen neuen, gemeinsamen Sinnhorizont herzustellen suchen und hierzu auch bereit sind, längere Aushandlungsprozeduren auf sich zu nehmen“ (Richter 1999: 15). Ist man sich dessen nicht bewusst, d.h. werden nicht in Kooperation von Lernern und Lehrern die notwendigen sachlichen, sprachlichen, organisatorischen und motivationalen Voraussetzungen geschaffen, vor allem auch kommunikationsrelevante Themen fixiert, nimmt der anfängliche Schwung rasch ab, und die Projekte verlaufen bald im Sande. Hilfestellung können zweifelsohne in schriftlicher Form oder auf CD-ROMs vorliegende Materialien geben, die nicht nur Themen formulieren, sondern auch angemessene Aufgabenstellungen in interkultureller oder transkultureller Hinsicht anbieten, etwa: „Typisch deutsch?“ Arbeitsbuch zu Aspekten deutscher Mentalität (Langenscheidt) (Detailliertere Beschreibung der CD-ROMs s. Wazel 1998; weiterhin sei auf den bei digital publishing erschienenen, inzwischen auf 10 CD-ROMs angewachsenen „Großen Lernsoftware-Ratgeber 2000“ von Thomas Feibel verwiesen.) Schließlich sei der Lehrer auch auf die zahlreichen Internetquellen aufmerksam
gemacht, die ihm bei der Themen- und Aufgabenstellung für E-Mail- und
Chatkontakte und –projekte behilflich sein können und auf die wir weiter
unten eingehen werden. Folgende Themen wurden in E-Mail-Projekten bevorzugt behandelt:
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| 5. Internet | ||||
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Mit seiner täglich explosionsartig zunehmenden Informationsmenge und seinen unbeschränkten Navigationsmöglichkeiten eröffnet das Internet dem Fremdsprachenunterricht neue Dimensionen, nicht zuletzt im Hinblick auf die Verwirklichung seiner landeskundlichen Komponente. Inzwischen dürfte aber klar geworden sein, dass netzgestützter Fremdsprachenunterricht nicht automatisch zu Kulturverstehen oder gar zu erfolgreichem interkulturellen Lernen und Verhalten führt, genauso wenig wie Auslandsaufenthalte und Schüleraustausch per se zur Revision von Fremdstereotypen und Vorbehalten führen. Für die Arbeit mit dem Internet gilt wie für die mit E-Mail, Chat und Newsgruppen: Sie muss, wie in dem von der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen herausgegebenen Material SchiLF-TeluMM (Böttcher et al. 1999) praxisgerecht demonstriert wird, technisch-organisatorisch und inhaltlich geführt werden (weitere wichtige Publikationen zu diesem Thema für Lehrer, Lerner und Eltern s. unsere Literaturliste im Anhang). Der Aufwand ist dabei wesentlich größer als bei E-Mail und Chat, auch wenn der irreführende Ausdruck „Surfen“ anderes erwarten lässt. Unvorbereitetes Surfen führt nicht nur zum „lost in hyperspace“, sondern letztlich zu Zeit-, Geld- und Motivationsverlust. Das Problem besteht nicht (mehr) darin, Informationen zu finden, sondern genau diejenigen zu ermitteln, zu speichern, richtig zu bewerten, mit dem bisherigen Wissen zu verknüpfen und (zur Kommunikation) zu nutzen, die man wirklich benötigt. Wenn man den Umgang mit Informationen neben Lesen und Schreiben als dritte Kulturtechnik betrachtet, dann wird man begreifen müssen, dass das Erlernen dieser Kulturtechnik zielstrebig gelehrt und gelernt werden muss. Bisher herrschte die Auffassung vor, derlei könne am besten in einem speziellen Fach, nämlich Informatik, besorgt werden. Diese Meinung führte u.a. dazu, dass in den Schulen spezielle Computerräume eingerichtet wurden, die von den Informatiklehrern als den Experten aus guten Gründen mit Argusaugen bewacht wurden und in die Lehrer anderer Fächer, so sie denn überhaupt interessiert waren, nur ungern zwecks Erteilung von Fachunterricht hineingelassen wurden, weil die Informatiklehrer danach stunden- oder tagelang aufgrund der störanfälligen Geräte und/oder der inkompetenten Behandlung derselben Reparaturarbeiten durchzuführen hatten, ohne dafür Stundenabminderungen und dgl. zu erhalten. Mittlerweile beginnt sich die Erkenntnis durchzusetzen, die B. Gates an erster Stelle aus einem Bericht des Wall Street Journal (1999: 424) zitiert: „Computerlabors sind ein ungeeigneter Platz für Computer. Sie müssen in den Klassenzimmern stehen.“ Daraus ist zu schlussfolgern, dass a) die Fachlehrer schnellstens großflächig am PC aus- und fortgebildet werden müssen, b) die PCs in den Klassen (selbstverständlich auch in den Computerräumen) E-Mail- und internetfähig gemacht werden müssen, was angesichts der preiswerten Vernetzungsmöglichkeiten (u.U. via Funkverbindung) relativ leicht zu bewerkstelligen ist. Damit ergeben sich auch Veränderungen in der Präferenz: E-Mail und Internet stehen bezüglich ihrer Verwendung nicht mehr hinter den CD-ROMs zurück. Mit der Entscheidung, den Umgang mit den neuen Technologien an die Fächer zu binden, tritt der Inhalt wieder in den Vordergrund, und dies erleichtert die Lösung der in diesem Zusammenhang wichtigsten Aufgabe: die Lerner mittels Suchmaschinen das Finden relevanter Informationen in Katalogen, nach Stichwörtern, nach Zeitungsartikeln, im Usenet usw. zu lehren, was angesichts der unterschiedlichen Arbeitsweise etwa der Suchmaschinen einer gründlichen Vorbereitung bedarf. Die Ausstattung (auch) der Klassenzimmer mit PCs macht Überlegungen zur
differenzierten Unterrichtsgestaltung erforderlich. Dabei dürften Szenarien
wie die von Conrad (1994: 23) vorgeschlagenen angemessen sein: arbeitsteiliger Unterricht an denselben Rechnern zur Erarbeitung von
Teilaspekten eines Themas, die dann coram publico präsentiert werden offener Unterricht, für den mehrere Computer benötigt werden; denn die Lerner durchlaufen dabei alle Pflichtstationen eines Unterrichtsprojekts individualisierender Unterricht im Computerraum der Bildungseinrichtung,
bei dem jeder Lerner den ihm zur Verfügung stehenden Computer nach individuellem
Bedarf einsetzt; in diesen Zusammenhang sind auch der Förderunterricht
allgemein, die Förderung lese- und rechtschreibschwacher Kinder und die
nachmittägliche Betreuung zu stellen. IDV Internationaler Deutschlehrerverband: http://www.wlu.ca/~wwwidv Weitere aktuelle Adressen s. Fremdsprache Deutsch 2/99 (insbesondere 59). Hier und in den bereits angeführten Publikationen (s. auch Literaturliste) finden sich Projektthemen wie die folgenden: Internet-Chronik – digitales Laborbuch für das Studium Deutsch als Fremdsprache
(Lixl-Purcell) Bei intensiverer Betrachtung der genannten und anderer Quellen zeigt sich, dass sie sehr wohl geeignet sind, ein umfangreiches, vielfältiges, aktuelles, lebendiges und authentisches und daher interessantes Wissen zu vermitteln, ergo die Voraussetzung für das zu schaffen, was noch zu leisten ist: die Entwicklung trans- oder interkultureller Kompetenz. Dazu bedarf es letztlich stets der Auswahl und Reflexion der meist ungefilterten und evtl. manipulierten Informationen, vorrangig aber der persönlichen Kommunikation in der Gruppe, aber vor allem mit Vertretern der Zielsprache, wobei wiederum die Notwendigkeit deutlich wird, Internetrecherchen mit E-Mail-, Chat-, Telekonferenz- oder Telefonkontakten zu verknüpfen. Richter (1999: 15) ist sicher zuzustimmen, wenn sie die folgende Auffassung vertritt: „Ein ganzheitliches und leibhaftiges Erleben fremder Wirklichkeit wird das Internet trotz seiner Realitätsnähe suggerierenden Multimedialität jedoch auch in Zukunft nicht ersetzen können. Dessen sinnvoller Einsatz im Rahmen eines interkulturell ausgerichteten Fremdsprachenunterrichts ist damit nicht in Abrede gestellt. Ergänzend zur wechselseitigen Erläuterung divergierender Kulturstandards sollten die Interaktionsmöglichkeiten des Internet künftig aber auch stärker zur kooperativen Erstellung neuer, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen vereinigender (Märchen)Texte, Hörspiele, Bildcollagen etc. genutzt werden, statt durch die diskursive Unterscheidung zwischen ‚Fremdem’ und ‚Eigenem’ implizit immer wieder einen grundlegenden Gegensatz zu unterstellen.“ |
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| Literatur | ||||
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